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Wat sick in'n Sommer un Hiärwste bi use Plattdütsdriäpens daun heff un wat wi no vohebbt, dat seh gi in den twedden De Bistruper 2017 up däi Sieten 39-40

Plattdütsket Grillen up Eickhoffs Huowe in Nabergen an'n 7. Aug. 2017

 

Wat sick in'n halwen Joar olls bi use Plattdütsdriäpens daun heff, dat seh gi in den eesten De Bistruper 2017 up däi Sieten 25-29

 

Erstes Treffen der Plattdeutschgruppe am 14.11.2016

Eine Schnapsidee? Keineswegs. Drei junge Leute, Nico Hippe und Steffen Wellensiek aus Himbergen sowie Hauke Rehme-Schlüter aus Nemden, möchten Plattdeutsch lernen. Sie wollen die Alltagsprache ihrer Vorfahren nicht nur verstehen, sondern gern auch aktiv anwenden. Aus der Idee wird ein ernster Vorsatz und sie wenden sich im Frühjahr 2016 an den Heimat- und Wanderverein Bissendorf. Der wiederum nimmt den Spielball interessiert auf und sieht mit Spannung der Frage entgegen, wieviel Gäste wohl zum ersten Schnuppertreffen kommen werden.

Am Abend des 14. Nov. sind alle überrascht. 37 Besucher quer durch alle Altersschichten finden sich im Landhaus Stumpe ein. „Wir haben mit max. 15 Personen gerechnet und nur 20 Arbeitsunterlagen kopiert“. räumt Peter Spach bei seiner Begrüßung ein. „Ick bin ganz platt wenn ick säie, woviäl Lüe in Bistrup olle Plattdütsk lähden würlt“ lässt Uwe Bullerdiek seinen überwältigten Eindrücken freien Lauf. Nach einer ersten gemeinsamen Sprachübung „Graude Bauhnen met Speck“ leitet „Alt-Scholmester“ Manfred Staub zum organisatorischen Teil über, denn es gilt, eine Menge Fragen zum weiteren Vorgehen zu klären. Antworten darauf finden sich schnell. So scheint es aus pädagogischer Sicht sinnvoll, zukünftig kleine Arbeitsgruppen aus „Platt-Lehrern“ und max. 6 Schülern zu bilden. Im Fokus dieser Gruppen sollen zunächst mehr Sprach- und Hörübungen als das eigenständige Lesen plattdeutscher Schriften stehen.
Da erweist sich die Erfahrung von Heinrich Herkenhoff aus Kloster Oesede als hilfreich, der sich seit 35 Jahren in dem Plattkreis „Kiekebusk“ in lockerer Runde trifft. Als Unterrichtsmaterial empfiehlt Herkenhoff Literatur von Grupe, Riepe, Dependahl, Lyra und Dreier. „Plattdüsk maket klouk“ schwärmt der erfahrene Plattsprecher und weiß zu berichten, dass selbst im politischen Brüssel Plattdeutsch als förderungswürdige Sprache angekommen ist.
Die Erwartungshaltung der Gäste an den Kreis ist unterschiedlich. Während jüngere Interessenten sich einfach nur wünschen, nach einem Jahr das plattdeutsche Theaterstück des Posaunenchors Holte verstehen zu können, denken andere schon an eine plattdeutsche Moderation der NDR1-Plattenkiste oder an ein paar urige Sketcheinlagen beim Grünkohlessen des HWVBs.
Sei‘s drum. Beim Heimat- und Wanderverein Bissendorf sind alle in besten Händen, denn der Verein hat sich schließlich laut Satzung der „Förderung der plattdeutschen Sprache durch Gemeinschaftsveranstaltungen und Schrifttum“ verpflichtet. Er verfügt über umfangreiche plattdeutsche Literatur aus dem hiesigen Raum und hat mit Erwin Siefker, Heinrich Herkenhoff, Elke Voltz, Helga und Heinz Föbker, Karlheinz Schröder, Manfred Staub, Peter Spach und Uwe Bullerdiek ein aktives Team zusammengestellt, das sich schon jetzt auf die nächste Begegnung am Mo., 9. Jan 2017 um 19:30 Uhr im Landhaus Stumpe freut. Weitere Gäste sind herzlich willkommen.